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ESV Hochtour Hausstock 3158m – So-Di, 6.-8. September 2026

Eigentümer und Betreiber der Panixerpasshütte ist der Kanton Glarus. Ein Anruf auf dem Tourismusbüro macht klar, Reservation unmöglich; es hat Platz, solang’s hat.
In verschiedenen Quellen wird die Kapazität mit 14 bis 20 Schlafplätzen angegeben. Bei einer Gruppe von 7 Leuten bleibt da nicht mehr viel übrig.

Also mache ich mich 2 Stunden vor der Gruppe auf den Weg, um unsere Schlafplätze zu sichern.

Sonntag, 6. September 2026 Panixerpasshütte 2407m

Ab Bushaltestelle Büelstafel, beim Restaurant vom Schiessplatz Wichlen no ein kühles Bier erstanden, geht’s bergauf. Vorbei am altehrwürdigen Centurion-Panzer und auf den Spuren des Generals Suworow. Anfang Oktober 1799 sah er sich gezwungen, sich mit seiner russischen Armee über den verschneiten Panixerpass abzusetzen. Die Strapazen und die Kälte kosteten zahllosen Soldaten das Leben. Heute, bei Sonnenschein und zweckmässiger ausgerüstet, ist der Aufstieg zur Hütte ein Klacks. Vor 14 Uhr erreiche ich die Hütte und verteile den Inhalt des Rucksacks auf 7 Schlafplätze. Es hat sich gelohnt, die Hütte wird bis am Abend mit 15 Leuten rammelvoll sein.

Den allgemeinen Informationen zur Tour habe ich die Liste der Mitbringsel für eine Übernachtung auf der Selbstversorgerhütte angehängt. Abendessen, Frühstück, Apero, WC-Papier, usw. Es hat sich ergeben, dass für den Tourenleiter am Schluss nichts übrigbleibt; ausser Zündhözli. Alles eine Frage der Organisation 😊

Der Ofen muss eingefeuert werden, Holz hat’s genug. Wasser muss in Kanistern vom Bach in ein paar hundert Metern Entfernung herangeschleppt werden. Vor dem Abendessen bleibt grad no Zeit für ein kühles Bad. Ein Seelein liegt unterhalb vom Crap Tgietschen auf ca. 2560m, gute 20 Minuten sind es da hinauf; aber sehr empfehlenswert und erfrischend.

Z’nacht gibt’s Tortelloni à la Sabina, dazu einen Merlot aus dem Weinkeller vom Ruedi. Aus demselben Weinkeller stammt auch der Apero Wein. Sogar einen Dessertkuchen, samt Springform hat den Weg auf den Pass gefunden. Kaffee, Schnaps, Tee, alles vorhanden. An dieser Stelle allen Beteiligten ein Kompliment: für das Engagement und für ein grossartiges Dinner im Freien bei Sonnenuntergang.

Den Abschluss bildet der Sternenhimmel.

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Anreise mit den Öffis.
09:12  11:12   ab Zürich HB.
11:07  13:07   an Elm Büelstafel           

Panixerpasshütte ab Büelstafel, Aufstieg   T2   3h30-4h30   +1150hm

 

Montag, 7. September 2026 Hausstock 3158m

Nachdem Frühstück und nachdem der Haushalt erledigt ist, machen wir uns um 7:30 Uhr auf den Weg. Der Hausstock hat heute Morgen eine Wolkenkappe. Bis zum Einstieg des Ostgrates sind es ca. 4km mit einer Höhendifferenz von 250m, also fast flach; aber gefühlt endlos, in einer Mondlandschaft über Moränen und Senken. Beim Ostgrat angekommen beginnt es erstens zu regnen und zweitens treffen wir auf die zwei Zweiergruppen, die vor uns gestartet sind. Alle vier in Hochtouren-Vollmontur. Wir haben gar keine Ausrüstung dabei und kommen uns ein Bitzeli nackig vor. Fragende Blicke an den Tourenleiter: kommt das gut? Es kommt gut. Ich habe die Tour bereits zweimal solo gemacht, kein Problem.

Am Ostgrat ist man meistens auf steilen Geröllpfaden unterwegs, vier felsige Stufen sind zu überwinden. Die Schlüsselstelle hat es allerdings in sich. Eine 4m hohe, steile Platte, rutschig durch den Regen, erfordert ein wenig Improvisation. Um 11 Uhr erreichen wir den Gipfel. Es hat aufgehört zu regnen, die Wolken haben sich verzogen, es scheint sogar die Sonne. Dazu fast perfekte Rundumsicht auf die Schweiz.

An dieser Stelle erweisen wir unserem verstorbenen Kameraden Thomas die allerletzte Ehre. Das leere «Holzherz» liegt zwischen den Steinen nahe beim Gipfelkreuz.

Der Abstieg führt über einen breiten Rücken, vom Hausstock hinab, sanft hinauf zum Chli Ruchi und fast eben vorbei am Ruchi, bevor der lange und steile Abstieg hinunter zum Ober- und zum Muttsee beginnt.

Zwischen den Ruchis ist das Drahtseil-Furkeli. Der breite Rücken wird für ein paar Meter sehr schmal und ungemütlich. Vom Osteinstieg hangelt man sich an Ketten 30m den fast senkrechten Felsen hinunter zum fussbreiten Übergang, um dann auf der Westseite in gleicher Manier wieder hinaufzukraxeln. Viel Tiefblick inklusive.

Gegen 15 Uhr kommen wir bei der Muttseehütte an.

ab Panixerpass   WS 2b   3h   +760hm
Abstieg zur Muttseehütte WS 1   -860hm +200hm

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Dienstag, 8. September 2026

Nachdem Frühstück um 7 Uhr, ausnahmslos für alle, müssen wir noch ein wenig herumtrödeln damit wir nicht zu früh zum Mittagessen im Restaurant Tierfehd sind.

Die Bündner Fraktion macht sich über den Kistenpass auf den Heimweg. Die anderen vier steigen zur Staumauer Linth-Limmern ab, vorbei am Influencer-Hotspot Muttenchopf mit 600m Tiefblick auf den Limmernsee. Bei der Staumauer gelangt man durch einen 2,7 km langen Kraftwerkstollen zur Bergstation der Seilbahn nach Tierfehd. Unten, im gleichnamigen Restaurant mit einladender Sonnenterrasse vollziehen wir den Einkehrschwung. Trotz aller Trödelei ist es zu früh zum Mittagessen, Kaffee und Nussgipfel sind angemessener.

Tierfehd Bergstation ab Muttseehütte   T3     -730hm

Die Strecke zum Bahnhof Linthal, 5km asphaltierte Strasse, ersparen wir uns. Stattdessen gönnen wir uns eine Fahrt im Alpentaxi Vollenweider (079 426 27 15).

Allen Teilnehmern ein herzliches Dankeschön für drei erlebnisreiche Tage

Peter, euer Tourenleiter (alias Stirnlampen-Peter, NoRiskNoFun-Peter 😊)

 

Bündner-Heimweg-Variante

Muttseehütte – Kistenpass – Kistenstöckli - Brigels   T3     +700hm / -1900hm

Als die Bündner ankündigen, über den Kistenpass nach Hause zu gehen, bin ich sofort von der Idee begeistert. Wir sind uns schnell einig: Das Kistenstöckli muss natürlich auch noch mit.

Wir verabschieden uns von den Limmernsee-Absteigern und nehmen zu dritt den Aufstieg zur Kistenpasshütte unter die Füsse. Die langgezogene Geröllhalde bietet beste Unterhaltung. Zahlreiche Steinböcke lassen sich aus nächster Nähe beobachten.

Über den Kistenpass geht es weiter, bevor wir nördlich davon weglos eine Abkürzung einschlagen. Unterwegs begegnen wir Schneehühnern und weiteren Steinböcken. Schliesslich erreichen wir das Kistenstöckli. Was für eine Aussicht! Zufrieden geniessen wir unser Zmittagspicknick mit Gipfelpanorama.

Auf dem Abstieg lockt die Bifertenhütte mit einem Einkehrschwung. Wir geniessen den herrlichen Blick ins Val Frisal, bevor wir steil ins Tal hinuntersteigen. Danach geht es gemütlicher und eher flach talauswärts Richtung Brigels.

Doch damit ist das Abenteuer noch nicht ganz vorbei: Nun gilt es, mit den verschiedenen, teils verspäteten Postautoverbindungen geschickt zu pokern, um in Ilanz noch einen früheren Zug zu erwischen. Mit etwas Taktik und dem nötigen Glück geht unser Plan auf.

Ein Dankeschön an die beiden Bündner, dass die Hobby-Bündnerin mit von der Partie sein durfte. Es hat sich sehr gelohnt!

Und natürlich ein riesiges Dankeschön an Peter für die tolle Tour. Die Stirnlampe war übrigens tatsächlich im Einsatz. Allerdings nur, um bei der Panixerpasshütte das Kompotoi zu finden. 😉

Sabina


Teilnehmer: Tin, Nils, Sabina, Hanni, Monika, Ruedi, Peter (TL). 7 Leute.

Offizielle Angaben aus dem Internet, wie Fahrplan oder Routenangaben sind kursiv geschrieben.

Meteo Aussichten: Sonntag schön, Montag wechselhaft mit Regenschauer, Dienstag leicht bewölkt

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